Einkäufer achten auf folgende Kriterien beim Verpackungskauf

Die Entscheidungsfindung beim Einkauf von Verpackungen und Packmaterialien ist von unterschiedlichsten Einflussfaktoren geprägt. So bedingt ein rein preisorientierter Kauf häufig Abstriche hinsichtlich Qualität und Effizienz. Auch der Umweltaspekt gewinnt in diesem Zusammenhang wachsende Bedeutung. Ferner gilt es, Rolle und Zweck der Verpackung zu bestimmen – ob bloße Schutzfunktion oder obendrein Werbeträger. Schließlich folgt die Qual der Wahl aus einer Vielzahl klassischer wie digitaler Bestellmöglichkeiten. Doch welche Kriterien sind für die Produkt- und Lieferantenwahl wirklich entscheidend? In welchem Verhältnis stehen Qualitätsanspruch und Preisorientierung zueinander und welchen Stellenwert besitzt der persönliche Kundenkontakt in Zeiten zunehmender Digitalisierung?

Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich unsere letztjährige Umfrage „Entscheidungsfindung beim Verpackungseinkauf“. Insgesamt 663 Teilnehmer aus den Bereichen Einkauf, Produktion, Lager, Versand und Logistik nahmen von April bis November 2016 an der Befragung teil und gaben Auskunft über Methoden und Praktiken bei der Verpackungsbeschaffung. Heute möchten wir Ihnen nun die Ergebnisse der demoskopischen Analyse präsentieren.

Preisorientierte Produkt- und Lieferantenwahl

Frage 1 beschäftigte sich direkt mit der Produktauswahl. Auf die Frage „Welche Kaufkriterien sind Ihnen besonders wichtig?“ sollten die vier vorgegebenen Antwortmöglichkeiten „bestmögliche Qualität“, „günstigster Preis“, „komfortables Handling“ und „Umweltschutz“ nach persönlicher Gewichtung sortiert werden. Das Ergebnis: Sowohl der Preis als auch die Qualität werden von rund drei Vierteln der Befragten als entscheidende Kaufkriterien genannt (72,95 % zu 70,79 %). Immerhin ein Drittel spricht dem Anwenderkomfort eine hohe bis sehr hohe Relevanz zu (34,67 %). Erstaunlich: Der von vielen ausgerufene Umweltschutz findet in der Praxis dagegen nur bedingte Umsetzung. Lediglich 8,71 Prozent ordnen der Thematik eine hohe Priorität zu. Für mehr als die Hälfte der Befragten (50,17 %) spielt der Umweltschutz bei der Produktauswahl sogar nur eine untergeordnete Rolle.

Anschließend widmeten wir uns der Wahl des Anbieters. Auf die Frage „Welche Kriterien sind für Ihre Lieferantenwahl entscheidend?“ verweist rund ein Drittel der Befragten auf den günstigsten Preis (31,7 %), gefolgt von kurzen Lieferzeiten (26,67 %). Jeder Fünfte nennt zudem ein breites Produktsortiment (19,74 %) als wichtiges Entscheidungskriterium. Beratung und Service können lediglich 16,15 Prozent für sich vereinnahmen, die ISO-Zertifizierung ist für rund 4 Prozent der Befragten unverzichtbar. Weitere Kriterien wie Regionalität, Abrufkontrakte oder die FSC-Zertifizierung folgen unterhalb der Null-Prozent-Marke.

E-Commerce auf dem Vormarsch

Einer Bestellung geht in aller Regel ein Preisvergleich voraus. Unsere dritte Frage beschäftigte sich daher mit der diesbezüglichen Vorgehensweise. Das Ergebnis: Über 80 Prozent der Befragten geben an, ihren Preisvergleich online durchzuführen. Immerhin 39 Prozent betreiben neben der Internetrecherche auch eine klassische Angebotsakquise per Direktanfrage. 16 Prozent setzen wiederum ausschließlich auf Lieferantenkontakte und sparen sich den Blick ins Internet. Erstaunlich: Knapp 4 Prozent der Befragten verzichten gänzlich auf einen Preisvergleich.

Frage 4 gab passenderweise Aufschluss darüber, ob sich diese Online-Tendenz auch beim Einkauf selbst wiederspiegeln würde. Gefragt nach dem persönlich bevorzugten Bestellverfahren nennt nahezu die Hälfte aller Befragten die Online-Bestellung (48,74 %), gefolgt von der Order per E-Mail (33,65 %). Immerhin rund jeder zehnte bevorzugt eine telefonische Bestellaufgabe (9,43 %), knapp 5 Prozent nutzen hierfür in erster Linie noch das Fax. Weit abgeschlagen folgen der klassische Bestellschein (1,89 %) sowie die Auftragserteilung über den Außendienst (1,57 %). 

So drängt sich unweigerlich die Frage auf, ob es grundsätzlich vorstellbar wäre, Bestellungen ausschließlich online zu tätigen. Das erstaunliche Ergebnis: Rund drei Viertel der Befragten (73,24 %) beantworten diese Frage mit „ja“, nur rund 27 Prozent halten dies nicht für möglich. Die Befürworter begründen ihre Entscheidung in erster Linie mit dem schnelleren und einfachen Bestellverfahren eines Onlineshops (27,5 %), der Unabhängigkeit von Öffnungszeiten sowie der günstigeren Preisgestaltung im Netz (jeweils 10 %). Jeder fünfte Befürworter gibt sogar an, bereits jetzt ausschließlich online zu bestellen. Auf der Gegenseite werden insbesondere das Fehlen eines persönlichen Ansprechpartners (42,31 %) sowie die unzureichende Beratung bei komplexen Produkten oder speziellen Bedarfsfällen (30,77 %) bemängelt bzw. als Ausschlusskriterien genannt.

Rolle und Art der Verpackung

Neben ihrer bloßen Schutz- und Transportfunktion können Verpackungen obendrein auch als Imageträger (benutzerfreundliche, höherwertige Verpackung) und / oder Werbefläche (Logoaufdruck etc.) genutzt werden. Frage 6 beschäftigte sich daher mit Rolle und Zweck der Verpackung. Rund 71 Prozent der Befragten geben hierbei an, die von ihnen verwendete Verpackung würde ausschließlich dem Produktschutz dienen. Knapp 29 Prozent setzen ihre Verpackung dagegen aktiv als Image- und Werbeträger ein.

Abschließend richteten wir uns mit der Frage an die Teilnehmer, welche Verpackungen und Packmaterialien sich aktuell bei ihnen im Einsatz befinden würden. Meistgenanntes Produkt sind Klebebänder, welche von 17,76 Prozent der Befragten eingesetzt werden, dicht gefolgt von Wellpapp-Kartonagen (17,68 %) und Folienprodukten (17,52 %). Auf den weiteren Plätzen folgen Papiere und Pappen mit 14,36 Prozent sowie Füll- und Polstersysteme mit 10,1 Prozent. Deutlich seltener kommen dagegen Paletten (6,79 %) und Versandartikel (5,76 %) sowie Umreifungssysteme (4,74 %) und Stretchwickelmaschinen (3,55 %) zum Einsatz. Korrosionsschutzverpackungen bilden mit 1,58 Prozent den Abschluss im Produktranking.

Fazit

Die Ergebnisse der Umfrage bestätigen einerseits bisherige Erfahrungswerte, warten andererseits aber auch mit Resultaten auf, die so nicht zu erwarten waren. Die Preisorientierung bei der Produkt- und Lieferantenwahl fällt erwartungsgemäß hoch aus. Bemerkenswert ist allerdings, dass sich der Qualitätsanspruch auf einem ähnlich hohen Niveau bewegt. Weniger relevant für den Kaufentscheid – und das ist beachtlich– ist das Thema Umweltschutz, welches zunehmend proklamiert, aber scheinbar nur selten in die Praxis umgesetzt wird. Der überraschend geringe Stellenwert von Beratung und Service spiegelt sich in einer erstaunlich stark ausgeprägten Online-Orientierung wieder, die sowohl den Preisvergleich als auch die Bestellverfahren dominiert. Ein möglicher Richtungswink für die Zukunft? Andererseits wird der mangelnde Kundenservice als größter Schwachpunkt des E-Commerce manifestiert. Hier gilt es, die Vorzüge des Onlinehandels mit den Stärken des klassischen Vertriebs zu verknüpfen. Die Umsetzung scheint möglich, wir dürfen gespannt sein.

Unser Dank gilt allen Teilnehmern für ihre Mitarbeit. Ihr Feedback ist unsere Basis, um Angebot und Service stetig zu optimieren und Ihren Bedürfnissen so auch zukünftig optimal gerecht zu werden.


Ansprechpartnerin Presse- & Öffentlichkeitsarbeit

Simona Jurczinski
Unternehmenskommunikation
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