Biologisch abbaubar und kompostierbar - was steckt wirklich dahinter?

Wer zu Produkten greift, die als „biologisch abbaubar“ oder „kompostierbar“ gekennzeichnet sind, vermutet dahinter umweltfreundliche und nachhaltige Produkte. Diese beiden Bezeichnungen werden fälschlicherweise oft synonym verwendet. Wir beleuchten, was sich hinter den Begrifflichkeiten verbirgt und was das in puncto Umweltverträglichkeit bedeutet.

Als biologisch abbaubar werden organische Materialien bezeichnet, die sich von Mikroorganismen in einfachere Stoffe spalten lassen. Der Abbau erfolgt ohne den Zusatz chemischer Stoffe. Natürliche Mikroorganismen wie Bakterien, Algen und Pilze, die sich vorwiegend von organischem Abfall ernähren, spielen dabei eine zentrale Rolle. Am Ende des Zersetzungsprozesses bleiben nur noch einfache Moleküle wie Wasser, Methan und Kohlendioxid über, die sich in den natürlichen Nährstoffkreislauf der Erde einfügen. Der biologische Abbauprozess kann auch industriell erfolgen.

Dadurch dass beim biologischen Abbauprozess keine umweltschädlichen Reststoffe zurückbleiben, erscheinen die Produkte umweltfreundlich. Es bleibt jedoch zu beachten, dass die Zeitspanne für den Abbau verschiedener Materialien je nach deren chemischer Zusammensetzung und den Umgebungsbedingungen sehr stark variieren kann. In einer warmen und feuchten Umgebung verlaufen die biologischen Zersetzungsprozesse schneller als in einem kühlen und trockenen Umfeld. Baumwolle, Kork und Holz sind beispielsweise biologisch abbaubar, jedoch erstreckt sich der vollständige Abbauprozess mitunter über Jahre hinweg. Für den biologischen Abbau wurde kein Zeitfenster definiert, sodass theoretisch auch Produkte, mehrere Jahrzehnte oder Jahrhunderte brauchen, bis sie vollständig zersetzt wurden, als biologisch abbaubar gelten können.

Kompostierbar – kurz definiert

Ein kompostierbares Produkt ist zwangsläufig biologisch abbaubar – aber umgekehrt ist das nicht immer der Fall. Als kompostierbar gelten organische Materialien, die sich biologisch abbauen und über mikrobielle Verdauung in Kompost umwandeln lassen, ohne dabei umweltschädliche Reststoffe zu hinterlassen. Reifer Kompost ist sehr reich an Nährstoffen und kann als natürlicher Dünger die Erde anreichern. Somit bietet er einen konkreten Mehrwert für die Umwelt.

Um etwas als kompostierbar kennzeichnen zu können, gilt es konkrete Standards und Zeitpläne für den biologischen Abbau einzuhalten, die durch die europäische Richtlinie DIN EN 13432 festgelegt werden: Unter anderem, vereinfacht gesagt, dass nachweislich mindestens 90% des organischen Materials innerhalb von 6 Monaten zu Kohlendioxid abgebaut wird. Die Kompostierung kann sowohl im hauseigenen Kompost als auch in einer industriellen Kompostieranlage erfolgen. Die richtige Temperatur sowie das richtige Maß an Sauerstoff und Wasser sind dabei entscheidend für den Kompostierungsprozess.

Fazit: Sowohl biologisch abbaubare als auch kompostierbare Produkte können durch Mikroorganismen vollständig abgebaut werden ohne umweltschädliche Reststoffe zu hinterlassen. Damit etwas als kompostierbar gilt, müssen jedoch die oben genannten strengen Richtlinien eingehalten werden. Zudem entsteht durch die Kompostierung wertvoller nährstoffreicher Kompost, der sich in den natürlichen Nährstoffkreislauf einfügt und die Böden anreichert. Für die Umwelt macht es somit einen entscheidenden Unterschied, ob etwas kompostierbar ist oder „nur“ biologisch abbaubar.

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